Als Freiwillige/r

Freiwilligenarbeit in Benposta Bogota

Du willst ein Praktikum in Benposta machen oder ein Freiwilliges Sozials Jahr?
Oder Deine Bachelor-, Master- oder Doktorarbeit zur Kinderrepublik schreiben?
Oder Benposta einfach kennen lernen, weil es so ein besonderes Modell ist?

Wundervoll!!

 

Wie alt solltest Du sein:

mindestens 18, nach oben sind wir offen

 

Aus ihrem FSJ im Benposta berichtet Leonie. Sie ist heute noch ein aktives Mitglied unseres Vereins

Was Du tun musst:

Einen/eine Interviewbogen/Bewerbung an afoltin@benposta.eu senden.
Gerne auch mit spanischen Lebenslauf und einen kurzen Brief an Benposta auf Spanisch.
Dann treffen wir uns oder telefonieren, um uns besser kennen zu lernen und offene Fragen zu klären und wir geben die Informationen anschließend nach Kolumbien weiter. Wenn Vorstellungen und Zeitplanung für Deinen Aufenthalt mit Benposta Kolumbien übereinkommen, kannst Du Deine Reise buchen.

Wie kommunizierst Du?

In Kolumbien wird Spanisch gesprochen, die solltest also daher mindestens ein Spanisch mit guten Grundkenntnissen sprechen, um Dich gut verständigen zu können oder bis zu Deinem Aufenthalt einige Sprachkurse belegen. (Vereinzelte MitarbeiterInnen sprechen auch Englisch oder etwas Deutsch, in der Regel kann man sich aber nicht darauf verlassen, dass gerade jemand zum „dolmetschen“ da ist.) Die gute Nachricht, die Kinder sind sehr geduldig und wiederholen auch gerne mehrfach das Gesagte – Du wirst viel dazu lernen!

 

Was Du wissen solltest:

  • Zunächst lese bitte die Informationen über Benposta und schaue Dir die Clips auf unserer Webseite an,
    damit Du ein genaueres Bild bekommst.
  • Benposta empfängt Dich als Teil der Lebensgemeinschaft, Du wohnst mittendrin in einem Zimmer in der
    Gemeinschaft
  • Du nimmst aktiv teil am Leben (Schule, Freizeit, Vollversammlung, Dienste, Feiern)
  • Du entwickelst eigene Angebote (sie sind nicht vorgegeben), z. B. Hausaufgabenhilfe, Sport- und
    Spielangebote, Kreativangebote, ökologische Projekte, Sprachkurse, etc.
  • Du bekommst vor Ort einen feste/n AnsprechpartnerIn, an den/die Du dich jederzeit wenden kannst
  • Da Arbeiten und Zusammenleben fließend sind, gibt es keine "festen" Arbeitszeiten. Du entscheidest vor Ort zusammen mit Benposta, was Du für den Tag oder die Woche tun möchtest. Vieles ergibt sich auch spontan. So kann ein Tag sehr voll oder ein anderer fast frei sein.
  • Du bist selten allein, es sei denn, Du ziehst dich bewusst zurück.  KolumbianerInnen tun dies eher selten.

 

Was Du beachten musst:

  • Für kurze Aufenthalte (1-3 Monate) ist es ratsam sich in Deiner Freizeit in Begleitung vom Stadtteil Laches
    ins Zentrum Bogotas zu begeben, da sich Benposta für Dich verantwortlich fühlt und Du als AusländerIn
    einfach „auffällst“. (Es ist z.B. selbstverständlich in einer ärmeren Gegend keinen Goldschmuck, teure
    Uhren oder eine gute Kamera offen um den Hals zu tragen.) Benposta gibt Dir, nach Absprache, ein bis
    zwei Personen mit auf den Weg, damit Du Dich gut orientieren kannst und weißt, wie Du Dich wo gut und
    sicher bewegen kannst und welches Verhalten es zu vermeiden gilt.
  • Für längere Aufenthalte (3-12 Monate) sind alleinige Ausflüge bei Ortskenntnis möglich, wenn Du Dich in
    Benposta abmeldest und Kontakt hältst
  • Informiere Dich zu Visa-Bestimmungen bei längeren Aufenthalten (Touristen- oder Arbeitsvisum)
  • Alkohol und Rauchen sind auf dem Gelände nicht erwünscht

 

Worüber wir uns freuen:

Du warst da und bist nun zurück? Wir freuen uns über einen Bericht von Dir, über aktuelle Fotos und Videos, um
Neuigkeiten aus Benposta zu erhalten.
Du willst in den Verein eintreten und auch aktiv mitarbeiten? Hervorragend!
Wir freuen uns über Nachwuchs und kreative Ideen, um Benposta bekannter zu machen und Spenden zu sammeln.

 

Leben in Benposta – wie stelle ich mir das vor?

Benposta ist ein Ort, etwas vergleichbar mit dem kleinen gallischen Dorf von Asterix und Obelix. Hier leben und
arbeiten ca. 140-200 Personen. Es gibt SchülerInnen die von draußen pendeln und die fest dort lebenden
BewohnerInnen zwischen 7-18Jahren, sowie einige BetreuuerInnen und LehrerInnen die auf dem Gelände leben.
Außerdem hat die Schule eine Psychologin, auch mit SozialarbeiterInnen wird zusammen gearbeitet.
Zudem gibt es einige Hunde, (bis vor kurzem gab es sogar Schweine und Hühner) und eigene angelegte Gärten
aus denen auch geerntet wird für die Verpflegung und zum Verkauf von biologisch angebautem Gemüse.

Es gibt ein „Dorf“ für die Kleinen, getrennt nach Jungen und Mädchen und für die Großen ebenfalls.
Jedes Zimmer hat einen Sprecher/eine Sprecherin, es gibt eine kleine und große Regierung, die regelmäßig
getrennt und zusammen Versammlungen abhalten. Auch die Zimmergemeinschaften tauschen sich einmal die
Woche über ihr Zusammenleben aus. Schule, Gemeinschaftsaufgaben (Putzen, Küche, Garten, etc.) und kreative
Angebote (Sport, Volkstänze, Orchester, etc.) greifen hier Hand in Hand als Lebensgemeinschaft.
Außerdem gibt es einen Verwaltungstrakt mit Computerraum, Arztzimmer, einen Clubraum mit Fernseher und das
Sekretariat.

 

Was es so besonders macht?

Benposta arbeitet ressourcenorientiert. Die Kinder sollen sich als handelnde
Subjekte in einer aktiven Demokratie erleben und nicht als pädagogische Objekte einer Einrichtung.
Viele von Ihnen stammen aus Gebieten mit bewaffneten Konflikten und wurden vertrieben oder mussten fliehen, da
sie rekrutiert werden sollten oder bereits gegen ihren Willen gekämpft haben. Viele kommen aus armen oder
gewaltsamen familiären Bedingungen. Soweit es Benposta möglich ist, wird mit den Familien eng zusammen
gearbeitet, um diese ebenfalls positiv zu stärken.
Benposta möchte die Kinder darin stärken aktiv ihr Leben und den Frieden des Landes mit zu gestalten.
So gibt es in der Kinderrepublik z.B. einen Minister für Harmonie und Zusammenleben.
Dies bedeutet auch, dass die Kinder aktiv und bewusst entscheiden, ob sie in Benposta leben wollen oder nicht,
gegebenenfalls werden auch andere Einrichtungen angeboten.
Es wird mit Ihren Stärken und Zukunftsvisionen gearbeitet, sie werden zum Gemeinschaftsdenken ermutigt,
verantwortliches Leben mit anderen wird vorgelebt und weiter gegeben. Als Mini-Demokratie mit Wahlen ist
Benposta wie ein kleiner Kinderstaat und etwas ganz Besonderes. (Siehe weitere Informationen zu Benposta).

Anke Foltin